Über den Bildhauer Konrad FRANZ

Gunter Schmidt

Es gibt Freunde, die behaupten, der Bildhauer sehe selber aus wie eine Skulptur. Es ist nicht bekannt, ob Konrad FRANZ diesen Scherz gut aufnehmen kann – auf alle Fälle ist es ein wohlmeinender Scherz und voller Sympathie für den Künstler.
Und es ist ja auch was dran!
Die dem Schlaksigen mittlerweile entwachsene, aber immer noch große Gestalt, die kräftigen Arme, überdehnten Handgelenke, die Gesichtszüge in ihrer indianerhaften Markanz, sie bezeugen die Nähe zur Arbeit mit und an der Kunst. Eine Nähe, die schon zweieinhalb Jahrzehnte währt und immer inniger geworden ist mit allen Phasen des Hoch-und-Tief.
Eine Reise nach Neuseeland, etwa in der Zeit seiner bildhauerischen Lehrjahre, muss weit mehr gewesen sein als touristisch-pfadfinderische Neugier. Es war ein Landschaftserlebnis der grundsätzlichen Art, welches seiner mitgebrachten Sensibilität für Material und Gestalt zusätzliche Impulse verlieh:
Faszination für die Macht der Formen, deren eruptive Entstehung man noch nachzuempfinden glaubt, die sich auffalten, abplatten, fläzen, sperren, dem Verwitterungsprozess hingeben.
Konrad Franz lebt seine Kunst heute noch durch nahes Wohnen an der Natur, archaisch karg, phasenweise jedenfalls, immer in den Zeiten nachdrängender Kreativität. Schier täglich begibt er sich in die Gesellschaft zahlloser Skulpturen in den großen, arbeitsgrauen Kirchenraum, den ihm seine Heimatgemeinde als Atelier überlässt. Enthusiasten und Käufer kennen ihn als Künstler, der komplett aus dem Authentischen schöpft.
Die meisten Arbeiten sind körperlich deutbar. Doch die anatomische Formensprache der Anfangsjahre hat längst einer halbabstrakten Körperlichkeit Platz gemacht. Roh behauene oder mit der Kettensäge grob formatierte Gebilde, oberflächenintensiv, mitunter mit Farbe oder Schlamm „gefasst“, finden unter seiner Hand zu ausdrucksstarker Präsenz. Bei FRANZ verschmelzen formale und symbolische Qualitäten zu einer engen Verbindung. Die Stimmigkeit ist auf interessante Weise ambivalent. Der kraftvollen Physis wohnt etwas Gebrochenes, Fragiles inne, und eine geradezu schüchterne Attitüde ist dem Stolz der Stelen und Figuren unterlegt.
Und das ist er, der Konrad FRANZ, genau wie seine Skulpturen...oder umgekehrt...jedenfalls so ungefähr.

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